Grüne Ideen zum Flächensparen

Der Einladung der Bernrieder Liste/Die Grünen zur Diskussion mit Christian Zwanziger folgten etwa 40 Gäste aus Bernried, Seeshaupt, Tutzing, Penzberg und Oberhausen. Nach der Begrüßung des Referenten und der Gäste wies Franz Eder, unser Bürgermeisterkandidat, auf die Bedeutung der Ressource Fläche hin. Ob Wohnen, Arbeiten, Energie, Ernährung oder Erholung, alles benötige Fläche. Michael Haberl, Kandidat für den Gemeinderat, betonte, dass beim Thema Flächennutzung der Gemeinderat großen Entscheidungsspielraum hat. Er verdeutlichte anhand einer Karte die Bautätigkeit im Bernried der letzten 20 Jahre. Michael freute sich, Christian Zwanziger, Mitglied des Bayerischen Landtags und Sprecher für Landesentwicklung, für den Abend gewonnen zu haben, um grüne Ideen zum Flächensparen zu diskutieren.

Ausgangspunkt der Diskussion war das von der Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 selbstgesetzte Ziel, bis zum Jahr 2020 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlung und Verkehr auf 30 ha pro Tag zu verringern. Aus Ermangelung einer angemessenen Umsetzung dieser Strategie wurde dieses Ziel auf das Jahr 2030 verschoben. Christian illustrierte zunächst den überproportionalen Anstieg der „Siedlungs- und Verkehrsfläche“ in Bayern im Vergleich zum Bevölkerungswachstum. Das Ziel, diesen Anstieg auf 5 ha/Tag in Bayern zu halbieren, wurde zwar auch im Koalitionsvertrag erneuert, doch ohne konkrete Maßnahmen wurde und werde es nicht erreicht. Und spätestens beim sonntäglichen Spaziergang durch ein Gewerbegebiet würde man dann merken, dass etwas verloren geht.

Christian stellt nun zahlreiche Ideen vor, wie man Flächensparen kann, oft an Hand von Positiv- bzw. Negativ-Beispielen. Intensiv diskutiert wurden Innenverdichtung und Leerstandsmanagement, Mehrfachnutzung von Gebäuden (z.B. Schule) und alternative Wohnformen. Dazu wurden auch die Ergebnisse einer städteplanerischen Studie in Erinnerung gerufen, die zur ursprünglichen Planung des Einheimischenmodells Am Weidenbach durchgeführt wurde.

Selbst ein Stromausfall konnte die lebhafte Diskussion nicht stoppen. Aus der Zuhörerschaft kam die Kritik, dass Bebauungspläne durch die vielen Änderungen nicht transparent seien. Statt Einzeländerungen solle doch lieber über eine Ortsbausatzung reguliert werden.

Christian regte die Zusammenarbeit der Nachbargemeinden an, damit kein ruinöser Wettstreit um Gewerbeansiedlung entsteht. Zum Beispiel könne man so bei Supermärkten Auflagen, wie z.B. den Bau einer Tiefgarage, durchsetzen und damit die Fläche eines Parkplatzes an der Oberfläche einsparen. Es wurden aber grundsätzliche Fragen diskutiert: Müssen wir überhaupt wachsen? Wie wollen wir wohnen, wie wollen wir leben?

Zum Abschluss, nach ca. 2,5 Stunden, überreichten Marina Saur, Sprecherin der Bernrieder Grünen, und Michael bei Kerzenlicht (immer noch Stromausfall) ein paar Bernrieder Schmankerl (Chips aus alten Maissorten, Clement Schokolade & Pralinen, Starnberger See Wellen-Nudeln, Bernrieder Honig) mit Dank an Christian.